Wer bei Windmeldungen genauer hinsieht, kennt das Dilemma: Eine „mäßige Gefahr“ klingt harmloser als sie ist. Die Stufe 2 des DWD-Warnsystems bedeutet nicht, dass man sich in Sicherheit wiegen kann. Was sich hinter den Zahlen verbirgt – und ab wann Wind tatsächlich gefährlich wird – klärt dieser Leitfaden mit Fakten aus offiziellen Quellen.

Mäßige Brise (Beaufort 4): 20-28 km/h · Gefahrenstufe 2: Lose Gegenstände sichern · Schwere Sturmböen: 90-104 km/h · Windwarnskala Stufe 4: 11-15 m/s · Naturgefahrenportal: Stufe 2

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Stufe 4 der DWD-Windwarnskala entspricht 11-15 km/h (Deutscher Wetterdienst)
  • Beaufort-Skala Stufe 4 liegt bei 20-28 km/h (IWR.de)
  • Gelbe Warnung (Stufe 1) ist nur ein Hinweis – Schäden unwahrscheinlich (Windinfo.eu)
2Was unklar ist
  • Exakte regionale Grenzen für „mäßig“ je nach Standort variieren (DWD)
  • DWD gibt keine spezifischen Sicherheitstipps für Stufe 4 explizit aus (DWD)
  • Zeitpunkt der Einführung der DWD-Windwarnskala offiziell nicht dokumentiert (Wikipedia)
3Zeitleisten-Signal
  • Beaufort-Skala entwickelt 1805 durch Sir Francis Beaufort (Wikipedia)
  • DWD als Bundesbehörde für Wetterwarnungen zuständig (Windinfo.eu)
  • Naturgefahrenportal bietet Tipps für Extremwetter seit mehreren Jahren (Utopia.de)
4Wie es weitergeht
  • Stufe 8 (34-40 km/h) bringt Zweigbruch und erhebliche Behinderung (Deutscher Wetterdienst)
  • Ab Beaufort 8: ernsthafte Gefahr beim Gehen im Freien (IWR.de)
  • Orkan (Stufe 12) erreicht 118-133 km/h mit schweren Schäden (IWR.de)

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Windstärken und ihre Entsprechungen in verschiedenen Systemen zusammen.

Stufe Bezeichnung Windgeschwindigkeit Quelle
0 Windstille <1 km/h IWR.de
2 Leichte Brise 4-6 km/h DWD
3 Schwache Brise 7-10 km/h DWD
4 Mäßige Brise 20-28 km/h IWR.de
4 (DWD) Mäßiger Wind 11-15 km/h DWD
7 Steifer Wind 28-33 km/h DWD
8 Stürmischer Wind 34-40 km/h DWD
9 (Schweiz) Sturm 41-47 km/h MeteoSchweiz
12 Orkan 118-133 km/h IWR.de

Was bedeutet mäßige Gefahr durch Wind?

Die Einstufung „mäßige Gefahr“ entspricht im DWD-Warnsystem der Stufe 2. Anders als die gelbe Warnung (Stufe 1) als bloßer Hinweis, erfordert Stufe 2 bereits konkrete Handlungen. Lose Gegenstände im Freien müssen befestigt werden, exponierte Bereiche sollten gemieden werden. Das Naturgefahrenportal des DWD empfiehlt bei dieser Stufe, Wälder und offene Flächen nicht zu betreten.

Definition der Gefahrenstufe 2

Die DWD-Windwarnskala ist an die Beaufort-Skala angelehnt und verwendet Schwellenwerte in m/s, was zu leichten Abweichungen führt. Die Stufe 4 im DWD-System zeigt 11-15 km/h an, während die originale Beaufort-Skala bei 20-28 km/h liegt. Diese Differenz entsteht durch die Umrechnung von m/s-Schwellenwerten und gilt für Binnenland-Auswirkungen über flachem Gelände in 10m Höhe. Die Skala unterscheidet sich damit bewusst von der reinen Seefahrtstabelle.

Vergleich zu anderen Stufen

  • Stufe 1 (Gelb): Hinweis ohne größere Schadenserwartung
  • Stufe 2 (Orange): Handlungsbedarf – lose Gegenstände sichern
  • Stufe 7: Steifer Wind (28-33 km/h) – ganze Bäume bewegen sich
  • Stufe 8: Stürmischer Wind (34-40 km/h) – Zweige brechen, erschwertes Gehen

Warum das relevant ist: Schon bei Stufe 4 (mäßige Brise) hebt der Wind Staub und loses Papier, bewegt Zweige. Bei Stufe 8 wird das Gehen erheblich behindert. Die Stufen unterscheiden sich also nicht nur numerisch, sondern erfordern unterschiedliche Reaktionen.

Die Krux

Die DWD-Skala und die originale Beaufort-Skala weichen bei Stufe 4 um etwa 9 km/h ab. Wer sich auf eine Tabelle verlässt, sollte prüfen, welche Skala verwendet wird – die Differenz ist nicht trivial.

Was bedeutet eine Warnung vor mäßigem Wind?

Eine Windwarnung des DWD bedeutet nicht automatisch Sturm. Die Skala des Deutschen Wetterdienstes umfasst 13 Stufen (0-12), entwickelt von Sir Francis Beaufort im 19. Jahrhundert. Mäßiger Wind als Stufe 4 ist bereits spürbar: Windfahnen zeigen die Richtung, dünnere Äste bewegen sich, Blätter und Papier werden vom Boden gehoben.

Warnkriterien des DWD

Der DWD warnt vor Wind als eine von mehreren Gefahrenkategorien neben Gewitter, Starkregen, Nebel und Schneefall. Die Information und Warnung der Bevölkerung vor Wettergefahren ist eine hoheitliche Aufgabe des DWD. Warnungen werden von Warnmeteorologen regionaler Außenstellen und der Vorhersagezentrale ausgegeben und unterstützen Großveranstalter sowie Feuerwehr bei der Einsatzplanung.

Was zu beobachten ist

Schwere Sturmböen erreichen 90-104 km/h – das ist bereits Warnstufe 2. Wer auf die Straße geht, sollte die Differenz zwischen „mäßiger Brise“ und „schweren Sturmböen“ kennen: Ein deutlicher Sprung in der Gefährlichkeit.

Handlungsempfehlungen

  • Gartenmöbel, Sonnenschirme und lose Dekoration sichern oder hereinholen
  • Baumarkt-Regale und lose Gegenstände im Außenbereich prüfen
  • Aktuelle Warnungen auf wettergefahren.de oder via App prüfen
  • Freiluftveranstaltungen bei Stufe 2 kritisch bewerten

Der DWD selbst gibt keine expliziten Sicherheitstipps für Stufe 4 aus – ein Punkt, den das Naturgefahrenportal teilweise auffängt. Wer die offiziellen Quellen kombiniert, findet ein vollständigeres Bild als bei Betrachtung nur einer Plattform.

Bei welcher Windstärke wird es gefährlich?

Die Frage, ab wann Wind gefährlich wird, hängt von der Kombination aus Geschwindigkeit, Böen und Umgebung ab. Grundsätzlich gilt: Ab Beaufort 8 wird das Gehen erheblich behindert, Zweige brechen. Die Schwelle zur Gefahr ist jedoch situationsabhängig.

Beaufort-Skala Übersicht

Die Beaufort-Skala teilt Wind in 13 Stärken von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan) ein. Entwickelt von Sir Francis Beaufort, berücksichtigt sie phänomenologische Kriterien an Land und See. Für die meisten Menschen in Deutschland sind Stufen über 10 im Binnenland selten. Die Skala nutzt keine festen Zahlen, sondern beschreibt sichtbare Auswirkungen – das macht sie praktisch, aber manchmal ungenau.

Gefahren ab bestimmten km/h

  • 20-28 km/h (Bft 4): Spürbar, hebt Papier, bewegt Äste
  • 50-80 km/h: Potenziell gefährlich für exponierte Personen, lose Dächer
  • 90-104 km/h: Schwere Sturmböen – Handlungsbedarf
  • >100 km/h: Zerstörungspotenzial, Sturmschäden möglich

Die Implikation: Schon Böen ab 50 km/h können für Radfahrer, Wanderer in exponiertem Gelände oder Arbeiten auf Leitern problematisch werden. Wer die Zahlen kennt, kann besser einschätzen, wann Vorsicht angebracht ist.

Diese Skala wird für die Windwarnungen des DWD verwendet und ist an die Beaufort-Skala angelehnt.

– Deutscher Wetterdienst (offizielle Warnskala)

Ist es sicher, bei mäßigem Wind zu fliegen?

Die Frage, ob mäßiger Wind den Flugbetrieb beeinflusst, hängt von Flugzeugtyp, Pilotenqualifikation und Windrichtung ab. Für Kleinflugzeuge und Drohnen sind bereits moderate Böen relevant. Bei Segelflugzeugen oder Drohnen ist die Grenze deutlich niedriger als bei kommerziellen Linienflugzeugen.

Auswirkungen auf Luftfahrt

In der Luftfahrt gelten andere Schwellenwerte als am Boden. Kommerzielle Flugzeuge bewältigen deutlich höhere Windgeschwindigkeiten bei Start und Landung, während Ultraleichtflugzeuge und Drohnen bereits bei 20-30 km/h Bodenwind Probleme bekommen können. Turbulenzen entstehen oft nicht durch die mittlere Windgeschwindigkeit, sondern durch Böen und Windscherungen.

Empfehlungen

  • Private Piloten: Stabile Verhältnisse ab Beaufort 4 prüfen, Böen-Spannweite beachten
  • Drohnenpiloten: Startgründe bei Bodenwind über 25 km/h kritisch prüfen
  • Ballonsportler: Landefelder bei starkem Wind sorgfältig wählen
  • Passagiere: Kein Grund zur Sorge bei mäßigem Wind – Airlines planen Puffer ein

Warum das relevant ist: Wer die Windskala kennt, kann als Pilot oder Drohnenbetreiber besser entscheiden, ob der Flug stattfindet. Die Grenze zwischen „mäßig“ und „riskant“ verschiebt sich je nach Fluggerät erheblich.

Was sind die Gefahrenstufen für Wind?

Das deutsche Warnsystem arbeitet mit farbcodierter Stufen: Gelb (Stufe 1) als Hinweis, Orange (Stufe 2) als Handlungsbedarf, Rot (Stufe 3) und Violett (Stufe 4) als extreme Gefahr. Die DWD-Windwarnskala unterscheidet sich dabei leicht von der originalen Beaufort-Skala.

Windwarnskala detailliert

Die DWD-Windwarnskala gilt explizit für Binnenland-Auswirkungen über flachem Gelände in 10m Höhe. Das erklärt die niedrigeren Schwellenwerte im Vergleich zur originalen Seefahrt-Skala. Für Küstenregionen oder Bergland können höhere Werte gelten, ohne dass eine höhere Warnstufe erreicht wird.

Unterschiede Schweiz/Deutschland

MeteoSchweiz verwendet die standardisierte Beaufort-Skala mit Fokus auf See und Land. Der Sturm (Stufe 9) liegt dort bei 41-47 km/h, was mit den deutschen Werten vergleichbar ist. Die Systeme unterscheiden sich in der Präsentation, aber die zugrundeliegenden Werte sind ähnlich.

Gelbe Warnungen (Stufe 1) sind eher als Wetterhinweis anzusehen. Mit größeren Schäden ist noch nicht zu rechnen.

Windinfo.eu (basierend auf DWD-Angaben)

Der Aha-Moment: Die gelbe Warnung ist kein Grund zur Sorge – sie ist ein Hinweis, den man zur Kenntnis nehmen sollte. Erst ab Orange (Stufe 2) wird aktives Handeln erwartet.

Anmerkung der Redaktion

Die DWD-Windwarnskala verwendet m/s-basierte Schwellenwerte, die bei der Umrechnung in km/h leichte Abweichungen zur originalen Beaufort-Skala erzeugen. Für praktische Zwecke sind beide Skalen nützlich, aber Anwender sollten die jeweils verwendete Skala kennen.

Vorteile

  • Klare, nummerierte Stufen erleichtern Kommunikation
  • Offizielle Quellen (DWD, MeteoSchweiz) garantieren Zuverlässigkeit
  • Phänomenologische Beschreibung auch ohne Instrumente nutzbar
  • International vergleichbar durch Beaufort-Bezug

Einschränkungen

  • DWD-Skala weicht bei Stufe 4 um ~9 km/h von Beaufort ab
  • Keine expliziten Sicherheitstipps für jede Stufe vom DWD
  • Regionale Variationen (Küste, Berge) nicht immer abgebildet
  • Einheitliche Böenspitzen in km/h manchmal irreführend
Fazit: Mäßige Gefahr durch Wind (Stufe 2) bedeutet konkreten Handlungsbedarf – Gegenstände sichern, Wälder meiden. Wer Beaufort-Skala und DWD-Skala kennt, vermeidet Missverständnisse. Für die meisten bedeutet das: Nicht in Panik verfallen, aber aktiv vorsorgen.

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Ähnlich wie bei Windstärken warnt der DWD vor mäßige Gewittergefahr, mit Risiken durch Starkregen in Sachsen und Baden-Württemberg.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann sind Böen gefährlich?

Böen ab 50-80 km/h werden als potenziell gefährlich eingestuft. Ab Beaufort 8 (34-40 km/h) wird das Gehen erheblich behindert, und Zweige brechen. Für exponierte Tätigkeiten (Leitern, Gerüste, Radfahren) gelten niedrigere Grenzen.

Ist 20 km/h Wind viel?

20 km/h entspricht Beaufort 4 (mäßige Brise) und ist spürbar, aber nicht gefährlich. Der Wind hebt loses Papier, bewegt dünnere Äste und ist im Gesicht deutlich spürbar. Für die meisten Alltagsaktivitäten unproblematisch.

Was bedeutet Gefahrenstufe 2 Wind?

Gefahrenstufe 2 (Orange) bedeutet Handlungsbedarf. Lose Gegenstände im Freien müssen befestigt werden, Wälder und offene Bereiche sollten gemieden werden. Schwere Sturmböen (90-104 km/h) sind für markante Warnungen dieser Stufe typisch.

Wie ernst ist eine rote Windwarnung?

Die rote Warnung (Stufe 3) signalisiert extreme Gefahr. Orkanartige Böen oder Orkanböen sind zu erwarten. Aufenthalte im Freien sollten vermieden werden, Fenster gesichert, und Notfallvorräte geprüft werden. Stufe 4 (Violett) gilt als historisches Maximum.

Welche Windstärken sind gefährlich?

Ab etwa 50 km/h werden Böen für exponierte Personen und Objekte relevant. Ab 70-80 km/h sind strukturelle Schäden an Gebäuden und Bäumen möglich. Ab 100 km/h (Sturm) treten verbreitet Schäden auf. Die konkrete Gefahr hängt von der Bodensituation ab.

Was besagt die Windstärke Tabelle?

Die Beaufort-Skala teilt Wind in 13 Stufen (0-12) ein, von Windstille (<1 km/h) bis Orkan (118-133 km/h). Sie beschreibt sichtbare Auswirkungen an Land, nicht nur Geschwindigkeiten. Die DWD-Windwarnskala nutzt ähnliche Stufen mit leicht abweichenden Schwellenwerten.

Wie wirkt mäßiger Wind auf den Verkehr?

Mäßiger Wind (20-28 km/h) beeinflusst den Straßenverkehr kaum. LKW mit hoher Seitenfläche können bei starken Böen jedoch betroffen sein. Bei Stufe 8 (34-40 km/h) wird das Gehen erheblich erschwert, und Zweige brechen – Risiko für den Straßenverkehr steigt.