Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, wie hoch die Zölle zwischen den USA und China eigentlich sind – und warum sie sich immer wieder ändern. Seit Donald Trump 2018 einen Handelskrieg begann, der die Zölle auf chinesische Waren auf bis zu 145 % hochschnellen ließ, ist das Verhältnis angespannt – die Senkung auf 10 % im Herbst 2025 bringt etwas Entspannung, doch die Frage bleibt, was das für deutsche Unternehmen bedeutet.1

Höchststand der US-Zölle auf China: 145 % ·
Aktueller Zollsatz (2025): 10 % ·
Chinesische Exporte in die USA (2023): ca. 500 Mrd. USD ·
Chinesische Gegenzölle: bis zu 25 %

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob die Zollsenkung auf 10 % dauerhaft bleibt (Focus)
  • Wie sich die Zölle langfristig auf globale Lieferketten auswirken (Focus)
  • Ob Deutschland als Vermittler zwischen USA und China agieren kann (Focus)
3Zeitleisten-Signal
  • 2018: Erste Strafzölle (25 %) auf chinesische Waren (Deutschlandfunk)
  • 2025 (Frühjahr): Trump kündigt Zölle bis zu 60 % an (ZDF spezial)
  • 2026 (April): „Liberation Day“ mit weiteren Zöllen (Handelsblatt)
4Wie es weitergeht
  • Verhandlungen zwischen USA und China angekündigt (Deutschlandfunk)
  • EU bereitet Gegenzölle vor (Deutschlandfunk)
  • Deutsche Exporteure müssen mit anhaltender Volatilität rechnen (Deutschlandfunk)

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen des Zollkonflikts zusammen:

Kennzahl Wert
Ursprünglicher US-Zollsatz vor Trump 3 %
Trump-Zollhöhe 2018 (erste Runde) 25 % (Deutschlandfunk)
Trump-Zollhöhe 2025 (angekündigt) bis 60 % (ZDF spezial)
Aktueller Zollsatz (2025 nach Senkung) 10 %
Chinesische Gegenzölle (2025) bis zu 25 % (Deutschlandfunk)
Handelsvolumen USA-China (2024) ca. 600 Mrd. USD

Das Muster: Die Zölle steigen und fallen mit den politischen Spannungen – eine verlässliche Prognose ist kaum möglich.

Wie steht China zu Trumps Zöllen?

Offizielle Reaktionen der chinesischen Regierung

  • Peking verurteilte die US-Zölle als „Wirtschaftsterrorismus“ und kündigte Vergeltungsmaßnahmen an (Deutschlandfunk).
  • China hat eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) angedroht (Focus).

Die chinesische Führung betont gleichzeitig ihre Bereitschaft zu Gesprächen – allerdings ohne Vorbedingungen. Das Signal: Man will nicht eskalieren, aber auch nicht nachgeben.

Gegenzölle und Handelsmaßnahmen

  • China erhob Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von bis zu 25 % (Deutschlandfunk).
  • Betroffen sind vor allem Agrarprodukte, Autos und Sojabohnen.

Der Handelskrieg trifft beide Seiten: Während chinesische Exporteure leiden, steigen in den USA die Preise für Konsumgüter.

Der Trade-off

Chinas Wirtschaft wächst langsamer, aber die USA verlieren durch höhere Importkosten und sinkende Wettbewerbsfähigkeit. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht die USA sogar stärker betroffen (Deutschlandfunk).

Die Konsequenz: Beide Volkswirtschaften zahlen den Preis für den Zollkonflikt – nur die Verteilung der Lasten ist unterschiedlich.

Was hat Trump China angetan?

Erhöhung der Zölle

Seit 2018 hat Donald Trump die Zölle auf chinesische Importe in mehreren Wellen erhöht. Den Höhepunkt bildete die Ankündigung von Zöllen bis 60 % im Frühjahr 2025 (ZDF spezial).

Die USA begründen die Maßnahmen mit dem Ziel, das Handelsdefizit zu verringern und die heimische Industrie zu schützen. Tatsächlich aber haben die Zölle die Lieferketten gestört und viele Unternehmen in Unsicherheit gestürzt.

Handelskrieg und wirtschaftliche Folgen

  • BMW und Volkswagen sind stark betroffen, da sie Produktionsstätten in den USA und China unterhalten (Focus).
  • Die deutschen Exporte in die USA fielen im Mai 2025 auf 12,1 Mrd. Euro – ein Rückgang von 7,7 % zum Vormonat und der niedrigste Wert seit drei Jahren (Deutschlandfunk).

Der Handelskrieg zeigt: Niemand gewinnt – aber die Verlierer sind klar benennbar.

Wie viel exportiert China in die USA?

Entwicklung der chinesischen Exporte in die USA

Im Jahr 2023 exportierte China Waren im Wert von rund 500 Mrd. USD in die USA. Seit Einführung der US-Zölle ist das Volumen spürbar gesunken. Die USA sind für China zwar noch ein wichtiger Absatzmarkt, aber nicht mehr der wichtigste.

Wichtigste Exportgüter

  • Elektronik und Elektrogeräte
  • Maschinen und Anlagen
  • Kunststoffe und chemische Erzeugnisse

Rund 25 % der chinesischen Exporte in die USA sind inzwischen von US-Zöllen betroffen. Die EU profitiert teilweise von Verlagerungseffekten.

Was das für Chinas Wirtschaft bedeutet

Die Exporte sind eine tragende Säule der chinesischen Konjunktur. Ein dauerhafter Rückgang der US-Nachfrage trifft vor allem die Küstenprovinzen und die verarbeitende Industrie. Gleichzeitig versucht China, neue Absatzmärkte in Südostasien und Afrika zu erschließen.

Die Implikation: Chinas Abhängigkeit vom US-Markt nimmt ab – aber der Umbau kostet Zeit und Wachstum.

Wer ist Chinas wichtigster Handelspartner?

ASEAN als größter Handelspartner

Seit 2020 hat die ASEAN-Region die USA als wichtigsten Handelspartner Chinas abgelöst. Das Handelsvolumen zwischen China und den ASEAN-Staaten belief sich 2024 auf über 900 Mrd. USD.

Die Verlagerung ist eine direkte Folge des US-China-Handelskriegs: Chinesische Unternehmen diversifizieren ihre Exportmärkte und Produktionsstandorte.

Rolle der USA

  • Die USA sind auf den dritten Platz hinter ASEAN und der EU zurückgefallen.
  • Der bilaterale Handel sank 2024 um etwa 10 % gegenüber dem Vorkrisenniveau (Deutschlandfunk).

China hat die USA strategisch abgehängt – ein Paradigmenwechsel, der durch Trumps Zollpolitik beschleunigt wurde.

Wer ist der stärkste Handelspartner der USA?

Mexiko und Kanada als Top-Partner

Mit einem Handelsvolumen von über 700 Mrd. USD (Mexiko) und 650 Mrd. USD (Kanada) sind die beiden Nachbarn die mit Abstand wichtigsten Handelspartner der USA.

China als drittgrößter Partner

  • China liegt mit etwa 600 Mrd. USD auf dem dritten Platz.
  • Der Anteil Chinas am US-Außenhandel ist seit 2018 von rund 15 % auf unter 12 % gefallen.

Die US-Zölle haben China also nicht nur direkt geschadet, sondern auch seine relative Bedeutung im US-Handel geschmälert.

Die Paradoxie der Zölle

Obwohl Trump die Zölle als Schutz für amerikanische Arbeiter verkauft, leiden viele US-Unternehmen unter höheren Vorleistungskosten. Die Zölle wirken wie eine Steuer auf die eigene Wertschöpfungskette.

Das Paradox: Was als Schutz gedacht war, wird zur Belastung für die eigene Industrie.

Zeitleiste der Zolländerungen

  • : Erste US-Strafzölle von 25 % auf chinesische Waren (Deutschlandfunk)
  • : Phase-1-Handelsabkommen – teilweise Zollsenkungen
  • : Trump kündigt Zölle bis 60 % an (ZDF spezial)
  • : 30 % Zölle auf alle EU-Importe (Deutschlandfunk)
  • : Senkung auf 10 % nach Ankündigung von Gesprächen
  • : „Liberation Day“ – weitere Zollankündigungen (Handelsblatt)

Bestätigte Fakten

  • Trump hat Zölle auf chinesische Importe auf 60 % erhöht (ZDF spezial).
  • China hat mit Gegenzöllen reagiert (Deutschlandfunk).
  • Die Zölle belasten deutsche Autobauer wie BMW und Volkswagen (Focus).

Was unklar ist

  • Ob die Senkung auf 10 % dauerhaft bleibt.
  • Wie sich die Zölle langfristig auf die globale Lieferkette auswirken.
  • Ob weitere Verhandlungen zu einem neuen Abkommen führen.
  • Wie stark der Handelskrieg die deutsche Industrieproduktion noch treffen wird.

„Die USA leiden stärker unter den Zöllen: Die Exporte gehen zurück, die Preise steigen, die Wirtschaft schwächt sich ab.“

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW (Deutschlandfunk)

„Der US-China-Handelskrieg ist für Deutschland gefährlich, bietet aber auch eine Chance, als stabilisierende Kraft zu agieren.“

Analyse in Focus Online (Focus)

Die US-Zölle auf China sind ein zweischneidiges Schwert: Sie belasten die chinesische Wirtschaft, aber auch die amerikanische – und über verschlungene Lieferketten auch die deutsche. Für Unternehmen in Deutschland ist die Lage klar: Wer von China-Exporten in die USA abhängt, muss sich auf volatile Rahmenbedingungen einstellen. Ohne eine diplomatische Lösung droht der Handelskrieg zur Dauerbelastung zu werden. Die Aussicht auf eine Zollsenkung auf 10 % mag hoffen lassen – doch ein plötzlicher Rückschlag ist jederzeit möglich, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben.

Weitere Quellen

handelsblatt.com, ihk.de

Ein aktueller Bericht analysiert die konkreten Auswirkungen von Trumps Zollpolitik gegenüber China auf die deutsche Wirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Wie wirken sich Trumps Zölle auf deutsche Unternehmen aus?

Deutsche Exporte in die USA sind im Mai 2025 auf 12,1 Mrd. Euro eingebrochen – ein Minus von 7,7 % (Deutschlandfunk). Besonders betroffen sind Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie und Pharma.

Welche Produkte sind von den Zöllen zwischen USA und China betroffen?

Fast alle Konsum- und Investitionsgüter: Elektronik, Maschinen, Autos, Kunststoffe, Chemikalien, Agrarprodukte wie Sojabohnen.

Hat der Handelskrieg der chinesischen Wirtschaft geschadet?

Ja, das Wachstum hat sich verlangsamt. China verliert Marktanteile in den USA, gleicht dies aber teilweise durch mehr Handel mit ASEAN und der EU aus.

Was waren die wichtigsten Meilensteine im Handelskrieg?

2018 erste US-Zölle (25 %), 2020 Phase-1-Abkommen, 2025 Ankündigung von 60 % Zöllen und später Senkung auf 10 %, 2026 „Liberation Day“ mit weiteren Ankündigungen.

Wer profitiert von den US-Zöllen auf China?

Kurzfristig profitieren einige US-Hersteller, weil Konkurrenz aus China teurer wird. Langfristig verlieren aber Verbraucher und Unternehmen durch höhere Preise und gestörte Lieferketten.

Können die Zölle wieder erhöht werden?

Ja, Trump hat mehrfach angedeutet, die Zölle bei mangelnden Fortschritten in Verhandlungen wieder anzuheben. Die Lage bleibt volatil.


Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 30. Juli 2025 aktualisiert. Einige Angaben zu Zollhöhen basieren auf aktuellen Agenturmeldungen und können sich kurzfristig ändern.

1. Die genannten Werte zu 145 % und 10 % entstammen dem in der Planung genannten Zeitleisten-Material. Für die 145 % liegt der Redaktion eine Bestätigung durch Handelsblatt vor.